Montag, 17. Oktober 2011

10. Gedicht-zur-Woche

bändigend

Auch wenn die Nacht im vollsten Gange,
sie scheint zu schlafen nie.

Am Tage ohnehin breitet sie ihre Flügel aus
und es scheint bald so,
als bräuchte sie keinen Wind zum Fliegen,
kein Wasser zum Leben,
keine Saat zum Gedeihen.

So rastlos sie wirkt,
so fesselnd legt sie ihre Ketten um uns.
So ist sie eben - die Liebe.

Marc Benduhn

Montag, 10. Oktober 2011

9. "Gedicht-zur-Woche"

Seemann

Das Land in Sicht, die Segel gesetzt,
die Gischt, die am Buge des Schiffes zerfetzt.
Ein Mythos begnadet, sein Ruf eilt voraus,
der Fels in der Brandung, nichts brächt' ihn nach Haus.

Das Meer ist sein Eigen und doch ist's nicht sein,
die Sonne im Rücken, so wärmend und rein.
Das Ziel im Visier, das Neuland erspäht,
am Morgen täglich das Mövenpack kräht.

Ein Mann wie er,
aus diesem Holz,
ein Abbild von Ruhm,
von Ehrfurcht und Stolz.



Marc Benduhn

Montag, 3. Oktober 2011

8. Gedicht-zur-Woche

erwünscht




Fragend und doch wunderschön 
lässt du mich erstarren,
eben wollt ich mit dir gehen
neben dir verharren.




Deine Nähe, deine Liebe
sind das Glück, was mir noch fehlt,
ehren würd' ich dich, du Holde, 
bis der Mond die Sonne quält.



Jene Zeit, die sich nun gibt,
will sich uns beweisen,
fortan will ich eifrig sein
mich dir treu erweisen.



Lass mich nur ein einz'ges Mal
mit dir geh'n im Leben,
danach will ich dankbar sein
und nach Neuem streben.



Benduhn Marc

Montag, 26. September 2011

7. "Gedicht zur Woche"

Schon mal da


Spielende Kinder, lauter Verkehr,
nicht ganz wie damals, ein paar Autos mehr.

Der Duft von einst, von nebenan,
als ob ich ihn immer noch riechen kann.

Man könnte fast meinen alles wäre wie immer,
aus Straßenecken ertönt leises Gewimmer.

Doch wird der Blick nicht mehr getrübt,
vom Nebel der morgens durch die Straßen zieht,
erkennt man recht schnell, dass sich was verändert,
das Leben der Menschen hier wurde geentert.

Hektisch und laut spielt nun die Musik,
nicht mehr wie damals ein einziges Lied.

Wo einst mein Platz, da stehe ich nun,
kein Anzeichen mehr von Treue und Ruhm.

Asphaltierte Straßen schmücken die Stadt,
von Natur keine Spur, die Bewohner sind satt.

Ich war schon mal hier, doch ist’s lange her,
das Grab meiner Eltern jedoch seh’ ich nicht mehr.

Dennoch weiß ich genau, hier war mein Ort,
der Duft der Erinnerung dringt hier nicht fort.

Am Ende zieht ohnehin Vergänglichkeit ein
und es fühlt sich so an, wie ein gewaltiger Schein.


Marc Benduhn